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Samstag, 3. Oktober 2009

Jodi Picoult - Das Herz ihrer Tochter


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Inhalt:
June Nealon war eine glückliche Frau. Bis Shay Bourne in einem einzigen Augenblick ihrem Glück ein Ende bereitete. Für den Mord an ihrem Mann und ihrer ersten Tochter erwartet Bourne nun die Todesstrafe. Doch mit einer ungeheuerlichen tat will er das Leben ihrer zweiten Tochter retten und alles wieder gutmachen.

Meine Meinung:
Was ich gleich schon am Anfang sagen kann ist: Wer eine herzzereißende Mutter-Tochter-Beziehungsgeschichte erwartet wird definitv enttäuscht. Was laut des Klappentextes die Haupthandlung des Romans zu sein scheint ist in Wirklichkeit ein Nebenstrang der Geschichte, die sich eigentlich zum größten Teil um Shay Bourne und drei Charaktere, Maggie, Michael und Lucius, die in der Inhaltsangabe gar nicht erwähnt werden, dreht.
Wenn man sich damit abgefunden hat, liest sich das Buch eigentlich doch ganz gut, denn die Geschichte ist durchaus mitreißend und spannend und auch sehr gut geschrieben. Auch über so manche Ereignisse, die übersinnlich zu sein scheinen, lässt sich hinweglesen. Doch wenn dann in der Mitte angefangen wird, über Religion und die gnostischen Evangelien zu diskutieren, fragt man sich doch, ob man nicht im falschen Film bzw. Buch gelandet ist. Und dieser Mittelteil zieht sich wirklich unendlich lange hin, was auch durch mehrmalige Wiederholungen der Erkenntnisse und Theorien nicht besser wird. Danke, aber ich hab es schon beim ersten Mal verstanden.
Gegen Ende nimmt die Geschichte wieder etwas Schwung auf und es liest sich wieder leichter. Ein paar erstaunliche Wendungen am Schluss runden das Ganze doch noch ganz gut ab.
Die Figuren sind mir aber leider recht blass geblieben. Da hat Jodi Picoult mit Vorurteilen gespielt ohne Ende. Die Anwältin, die "dick" ist und deswegen kein Glück in der Liebe, dafür aber ein Häschen namens Oliver hat, der Priester, der eher aussieht wie ein Motorrad fahrender Student, und die Mutter, die nur aus Hass gegen den Mörder besteht und die sonst überhaupt keine Persönlichkeit hat. Allein die beiden Häftlinge Shay und Lucius sind mir ein bisschen näher gekommen. Vor allem Lucius, obwohl auch er als Aidskranker Schwuler ja so einige Vorurteile bestätigt.
Mir kam es die meiste Zeit so vor, als hätte die Autorin einfach zu viele Ideen gehabt, und wollte sich partout nicht von ihnen trennen, obwohl der Geschichte eine Diät vermutlich gut getan hätte...
Insgesamt war es ein eher langweiliges und durchschnittliches Leseerlebnis. Dabei hatte ich mir nach der Leseprobe von meinem ersten Picoult-Roman doch etwas mehr erhofft. Am Schlimmsten fand ich glaube ich den ständigen Perspektivenwechsel und die Seitenlangen Diskussionen über Religion, obwohl mich da das Thema an sich interessiert, aber es hatte meiner Meinung nach in diesem Buch einfach nichts zu suchen. Grundsätzlich mag ich es, wenn Bücher mich überraschen, aber wenn die Geschichte so völlig anders ist, als es im Klappentext angedeutet wird, komme ich mir auch ein bisschen veralbert vor.

Bewertung: 2/5

Dienstag, 18. August 2009

Tim O'Brien - The Things They Carried (Was sie trugen)


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Inhalt:
In diesem Buch enthalten sind 22 Kurzgeschichten über den Vietnamkrieg, meistens aus der Sicht des Autors, der damals selbst Soldat war. Allerdings sagt er selbst, dass nicht alle diese Geschichten wirklich so geschehen sind, sie jedoch alle eine gewisse Wahrheit enthalten. Die einzelnen Geschichten spielen vor, während und nach dem Krieg.

Meine Meinung:
Freiwillig hätte ich das Buch nie gelesen. Ganz ehrlich. Ich mag einfach keine Krieggeschichten. Da es aber Schullektüre war, kam ich nicht drum herum und als Thema an sich finde ich den Vietnamkrieg ja auch sehr interessant. Diese Geschichten waren allerdings völlig anders, als ich es erwartet hätte. Wie es bei Anthologien eigentlich immer der Fall ist, gab es manche Geschichten, die mir gefallen haben und andere gar nicht. Die, die mir nicht gefallen haben, waren vor allem die, in denen der Autor viel von sich erzählt hat und seine eigene Meinung mit eingebracht hat. Er hat über den Krieg philosophiert und sich dabei auch oft wiederholt. Das hätte er sich meiner Meinung nach sparen können, die Geschichten für sich haben das ausgesagt ohne, dass ich noch einen Kommentar brauchte. In einer seiner Geschichten hat ein Soldat einen anderen sogar genau darauf hingewiesen und ich fand es irgendwie lustig, dass der Autor sich da nicht an die eigene Nase gefasst hat. Am beeindruckensten fand ich allerdings die erste Geschichte, die den gleichen Titel trägt wie das Buch "The Things They Carried". Es gibt eigentlich keine Handlung, sondern es wird einfach nur aufgezählt, was die Soldaten alles Tag für Tag mit sich schleppen und wie viel es wiegt. Und das über mehrere Seiten.
Was mich noch sehr verwirrt hat, waren die ganzen Abkürzungen und das Militärvokabular. Wenigstens mit VC wusste ich noch etwas anzufangen, aber ich musste mehrmals Wörter und Abkürzungen nachschlagen, weil das Wissen vorausgesetzt wurde, es gab einfach keine Erklärungen und das hat den Lesefluss ziemlich gestört.
Insgesamt war ich froh, dass das Buch sich als nicht so schrecklich heraus gestellt hat, wie ich dachte, aber es hat mir auch nicht wirklich gut gefallen.

Bewertung:
2,5/5